In the Press

braintransfer bringt Kataloge in Form (27.7.2001)

Mit Hirn (englisch: brain) hat es auf jeden Fall zu tun, keine Frage. Denn Grips braucht man, um ein Unternehmenzu gründen und es gedeihen zu lassen. Wer hinter dem Namen "braintransfer" aber eine Firma aus der Biotechnologie oder Medizintechnik vermutet, liegt falsch. Völlig falsch.

Kataloge sind das Metier von Olaf Kreitz, Michael Singer und Andreas Romandi. Integrated Publishing Service (IPS) ist die Dienstleistung, mit der braintransfer aufwartet. Dahinter verbirgt sich ein Verfahren, das es Unternehmenermöglicht, schnell und _ im Vergleich zu herkömmlichen Methoden _ simpel einen Produktkatalog zu erstellen, ob für Maschinen, Schuhe oder Tische. Die Fürther liefern die Software, von den Kunden kommen die entsprechenden Daten.

Aus der Datenbank lassen sich dann Bilder und Text in eine gewünschte Form bringen. Dabei sieht sich braintransfer als Mittelstufe in der Katalogerstellung, wie Gesellschafter Andreas Romandi erklärt. Planung und Gestaltung des Produktes liegen bei den Kunden oder bei Agenturen und auch der Druck läuft _ business as usual _ über Druckereien. Eine Menge Vorteile können die Firmengründer ihrem System zuschreiben: Weder hohe Investitions- noch Installationskosten, ein plattformunabhängiges Arbeiten sowie Zugriff aller Prozessteilnehmer.

Außerdem ermöglicht IPS Änderungen in buchstäblich letzter Sekunde. Vor allem aber birgt die Software eine Menge Einsparpotenzial. Dies ist um so größter, je strukturierter das Layout und je dicker der Seitenumfang. Bei der Firma DE WALT, der Profi-Marke des Werkzeug-Herstellers Black & Decker, liegen sie laut Romandi bei rund 50 Prozent gegenüber der bislang noch üblichen Methode. Noch mehr lässt sich sparen, wenn das Layout kaum verändert wird. So braucht es lediglich mit neuen Inhalten gefüllt zu werden. Derzeit liegt der Markt in Deutschland für konventionelle Katalogherstellung nach Angaben von braintransfer bei rund drei Milliarden €. Doch Kunden-Akquise wird in Fürth momentan eher klein geschrieben.

Der Fokus liegt auf der Weiterentwicklung des Produktes und deren Vermarktung. Im Mittelpunkt steht dabei die Standardisierung der Software, die dem Kunden dennoch eine gewisse Individualität ermöglichen soll. "Wir wollen ausgetretene Pfade verlassen", so Romandi. Dafür suchen die drei Gesellschafter nach Risiko-Kapital für ihr Unternehmen. "Wir haben zwar bereits viele Software-Module, aber diese müssen jetzt noch angepasst werden." Bis Herbst nächsten Jahres soll das Projekt, dass ab kommendem Frühjahr zusammen mit einem Kunden getestet wird, auf dem Weg sein. "Bis dahin können wir uns mit Black & Decker, DE WALT und BMG gut über Wasser halten", erklärt Olaf Kreitz, der bereits während seines Studiums Flyer erstellte. Das Unternehmengründete er 1998 gemeinsam mit Michael Singer, als immer mehr Aufträge ins Haus flatterten.

Im vergangenen Jahr stieß Andreas Romandi zu seinen ehemaligen Schulfreunden. Gemeinsam wandelten sie braintransfer in eine Aktiengesellschaft um. Ein vierter Vorstand soll hinzukommen _ wenn braintransfer weiter wächst. Drei Mitarbeiter beschäftigen die Drei derzeit noch. Gemeinsam setzten sie 2000 rund 250 000 € um, in diesem Jahr sollen es bereits 370 000 € sein. "Seit Anfang an arbeiten wir profitabel", erklärte Romandi nicht ohne Stolz. Bis zum Jahr 2005 wird ein Umsatz von 25 bis 30 Millionen € anvisiert, der mit bis zu 80 Mitarbeitern und etwa 1000 Kunden realisiert werden soll. Bleibt noch zu erklären, woher der Name "braintransfer" stammt. "Ein reines Zufallsprodukt", so Romandi. Das Wort "brain" sollte auf jeden Fall vorkommen und der Rest fiel den Jungunternehmern auf dem Weg in ihre Erlanger Stammkneipe "Transfer" ein.
Anja Kummerow

 

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