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Über den Nebenjob zur eigenen Firma
braintransfer, Inc. macht Karriere mit Katalogen - Viele Zufälle pflasterten den Weg zum Erfolg Fürth - Die Aktienkurse junger Internet-Unternehmenkämpfen gegen den freien Fall an, New Economy Firmen sind längst nicht mehr so hochgelobt wie noch im letzten Jahr.
Doch während die Großen der Branche straucheln, sitzt mit der Fürther braintransfer, Inc. schon die zweite Generation junger Computerfirmen in den Startlöchern für den großen Erfolg. Die drei Nachwuchsunternehmer von braintransfer, Jörn-Olaf Kreitz, Michael Singer und Andreas Romandi, haben bereits beim Businessplan-Wettbewerb gezeigt, welches Potential ihre Geschäftsidee birgt. Unter 160 Bewerbern - so viele wie noch nie - konnten sie den 5.Platz nach Fürth holen. Und am Donnerstag, wenn in Nürnberg der Gründerpreis der Industrie- und Handelskammer verliehen wird, ist ihnen ebenfalls ein Platz unter den ersten drei Gewinnern sicher.
Kein Wunder: die Bilanz von braintransfer kann sich sehen lassen. Ende 1998 als Gesellschaft gegründet, hat die Firma ihren Umsatz Jahr für Jahr um 30 bis 50 Prozent gesteigert. Ein Trend, der sich wegen der guten Auftragslage auch 2001 fortsetzen wird. Im Oktober vergangenen Jahres gründeten die drei Geschäftsführer, die sich noch aus gemeinsamen Schulzeiten in Erlangen kennen, die Aktien-gesellschaft.
Aus einem Nebenjob von Kreitz bei Black&Decker entstand einst die Idee für braintransfer, der Firmensitz in der Maxstraße ist ebenfalls einem Nebenjob, diesmal bei einer Fürther Promotionagentur, zu verdanken. Weil dort noch Bürokapazitäten vorhanden waren, entschied man sich für die Maxstraße als Fimensitz. Jetzt erstellen die Jungunternehmer - keiner von ihnen ist älter als 32 Jahre - gemeinsam mit zwei festen und einem freien Mitarbeiter, Kataloge für große und mittlere Unternehmen. Ihr Service, die Erstellung von Katalogseiten über den Computer zu automatisieren, vereinfacht die Produktion und senkt die Kosten für Unternehmenum etwa die Hälfte. Dieser so genannte integrierte Publishing-Service ist die Hauptidee, die hinter braintransfer steckt. "Unser Verfahren spart Zeit und Geld und diese beiden Faktoren sind für Firmen interessant", erklärt Romandi die Attraktivität der Idee für die Wirtschaft.
Black&Decker ist bereits von der Arbeitgeberseite auf die Kundenseite übergewechselt, neu gewonnen wurde die Tochterfirma DE WALT und die BertelsmannMusicGroup. Große Namen, die bei der Suche nach Geldgebern für die Expansion helfen sollen. Bisher wurde nur Eigenkapital investiert, und das, so Romandi, sei nicht genug, "um groß zu werden". Das nächste Projekt, nämlich ihren Service im Internet anzubieten, brauche etwa ein Jahr Entwicklungszeit. Die Schicksale anderer Internet-Firmen schrecken ihn nicht ab. "Die Geldgeber sind viel vorsichtiger geworden. Jetzt werden mehr kritische Fragen gestellt, die ganze Idee wird stärker durchleuchtet", sagt Romandi. Aber das habe auch zur Folge, dass "stabilere Geschäftsmodelle entstehen". Und weil braintransfer nicht mehr nur aus einer guten Idee bestehe, sondern in der Praxis bereits funktioniere, seien die Chancen gut, das notwendige Kapital zu bekommen. Sollte alles nach Plan laufen, ist neben Fürth ein zweiter Standort angedacht.
Beratend zur Seite steht der jungen Firma der Unternehmer Wolfgang
Seidelmann. Der Business-Angel hat sein Gespür für erfolgreiche
Firmengründungen bereits mit der AM3 AG, den Vorjahrespreisträgern
des IHK Gründerwettbewerbs, bewiesen.
CHRISTINE WIEDEMANN
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